Titel: „Die Tücken der Google-Suche“

Suchmaschinenexperte Tobias Looschelders gibt in einem Fernsehinterview im Westdeutschen Rundfunk Auskunft über die Autovervollständigungsfunktion der Google-Suche.

Google Instant (früher auch „Google Suggest“ oder „Google Autocomplete“) sorgt dafür, dass in der Suchmaschine bereits Vorschläge für Suchwörter erscheinen, nachdem man wenige Buchstaben eingegeben hat. Einerseits helfen die Vorschläge Usern dabei sich schneller im Netz zu orientieren, andererseits birgt die Autovervollständigung auch Gefahren.

Mit Urteilen des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) wurde das Recht auf Vergessen im Internet erstmals auch auf juristisch sichere Füße gestellt. Erstmals wurde es möglich, eindeutig rufschädigende Begriffe wie etwa „Sekte“ oder „Betrug“ aus Google Instant löschen zu lassen.

Doch immernoch sind viele negative Begriffe in den Suchbegriffen der Autovervollständigung zu finden. Auch heute noch wird dadurch die Online Reputation von Personen und Unternehmen gefährdet.
Die Technologie hinter Google Instant basiert nach eigenen Aussagen nur auf der Häufigkeit der Suchanfragen. Heute ist offenkundig, dass auch weitere Informationen wie der Standort oder die bisherigen Suchanfragen eines Nutzers berücksichtigt werden. Erfahrungsgemäß werden aber bereits seit Jahren negative Begriffe sowie auch Standort-Keywords im Suchranking begünstigt angezeigt.

Auch verjährte Begriffe wie etwa „Musterfirma Insolvenz“ sind oft noch Jahre nach erfolgreicher Sanierung eines Unternehmens in den Ergebnissen von Google Instant zu finden. Dies führt häufig dazu, dass potentielle Kunden fernbleiben und geschäftsschädigende Effekte auftreten können.